Regelschule & Medienschule - Meuselwitz

Chemiekabinett weider einsatzbereit Drucken E-Mail

Übernahme des Artikels von Frau Fuchs

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Meuselwitz. Es ist geschafft! Nach 20 Monaten haben die Regelschüler der Meuselwitzer Medienschule endlich wieder Chemieunterricht in einem Fachkabinett. Das verheerende Juni-Hochwasser 2013 hatte den Raum stark in Mitleidenschaft gezogen. An Chemieunterricht war nicht zu denken.
 

Schulleiter Jürgen Stark erinnert sich noch sehr genau an den Moment, als er am frühen Morgen des 3. Juni 2013 in seiner Schule stand – oder besser gesagt: durch das meterhohe Wasser watete. Das Wasser der über die Ufer getretenen Schnauder hatte sich seinen Weg durch das gesamte Schulgelände gebahnt, überflutete Keller- und Erdgeschoss der Regelschule. „Chemieraum, Werkräume, Töpferwerkstatt, Unterrichtsküche, Speiseraum und unser Schulclub – alles war weitestgehend zerstört. Ebenso die Heizungsanlage, die Elektroanlagen, der Schulserver. Es war ein Bild des Grauens“, so Jürgen Stark. Gesamtschaden: Über eine halbe Million Euro.

Auch heute, 20 Monate nach dem Hochwasser, sind noch längst nicht alle Spuren der Flut beseitigt. Monatelang hatte es gedauert, bis Wände und Böden abgetrocknet waren. Zudem waren von den Mitarbeitern des Fachdienstes Hochbau- und Liegenschaften der Kreisverwaltung viele hundert Papierseiten für jene Anträge auszuarbeiten, die dem Landkreis die dringend benötigten Fördermittel aus dem von Bund und Land aufgelegten Fluthilfeprogramm bescheren sollten.

Erst nach der Bescheidung im März 2014 konnte mit Hochdruck an der Beseitigung der Hochwasserschäden gearbeitet werden. Auch das dauerte seine Zeit. Wenn am Montag die Schule wieder beginnt, dann ist an der Meuselwitzer Regelschule endlich auch die letzte der Flut geschuldete Unterrichtseinschränkung Geschichte. „In den letzten Monaten haben wir unsere Schüler in Chemie ausschließlich theoretisch unterrichtet“, erklärt der Schulleiter. „Jetzt brennen natürlich alle darauf, das Gelernte experimentell auszuprobieren. Chemieunterricht lebt nun mal von einer anschaulichen Darstellung.“ 

Der Raum, nun hochwassersicher im ersten Obergeschoss gelegen, erhielt neue Tische, Stühle und Schränke. Die Zuleitungen für Elektrik, Gas und Wasser wurden neu installiert. Während die Schüler in den letzten Tagen ihre wohlverdienten Winterferien genossen, waren die Fachlehrer damit beschäftigt, das Chemiekabinett wieder einzurichten. Unzählige Petrischalen, Reagenzgläser, Bechergläser und Messkolben bekamen ihren Platz. „Vor allem der Zustand der chemischen Präparate musste überprüft werden“, erklärt Jürgen Stark weiter. Auch kleinere Maler- und Fliesenarbeiten sowie Putzausbesserungen gingen in den Winterferien im Schulgebäude noch über die Bühne. 

Die Planungen des Fachdienstes Hochbau und Liegenschaften im Landratsamt sehen vor, bis Herbst weitere Hochwasserschäden zu beseitigen. Dazu zählen unter anderem die Instandsetzung der Außenanlagen, Putzarbeiten im Außenbereich, die Sanierung des Hausanschlussraumes für die Elektrik sowie die Heizung und natürlich Maßnahmen zum vorbeugenden Hochwasserschutz. Letztere brennen allen Akteuren ganz besonders unter den Nägeln.

Jana Fuchs